Bewusst-Sein

Achtsamkeit, Meditation 

Bewusst-Sein ist eine wesentliche Voraussetzung für Verbesserungen im eigenen Leben ebenso für Veränderungen in unserem Umfeld.

Die meisten Prozesse in unserem Leben, körperlich ebenso wie mental, laufen un-bewusst ab, sie sind automatisiert. D.h. der Körper und die Psyche reagieren automatisch auf Ereignisse, ohne dass wir es bemerken. Und oft reagieren Körper und Psyche in gegenseitiger Abhängigkeit, ohne dass wir die Zusammenhänge erkennen. Bewusst-Sein für diese Vorgänge erlaubt es uns, den Automatismus zu unterbrechen, dadurch mentale Kontrolle zu erreichen und bewusst Einfluss auf psychische und körperliche Vorgänge zu nehmen. Im Ergebnis entwickeln wir dadurch zunehmend Freiheit von unbewussten, automatisierten Vorgängen in Körper und Psyche.

Z.B. Ärger, Angst oder Stress belasten die Psyche und den Körper oft lange bevor es uns bewusst wird. Diese Belastungen werden uns meist erst bewusst, wenn diese sich als Krankheit manifestieren (z.B. Burnout, Angststörungen, Depression, aber auch körperliche Krankheiten wie z.B. Bluthochdruck, Verdauungsstörungen, Verspannungen, Erschöpfung, etc.).

Bewusst-Sein für diese Belastungen, für unsere Reaktionen und für die potentiellen Schäden macht es uns möglich, mit Ärger, Ängsten und Stress adäquat umzugehen und gesundheitliche Schäden zu vermeiden. Bewusst-Sein für die Zusammenhänge zwischen Körper und Psyche erlaubt uns, viele Krankheiten zu verhindern.

Aber was ist Bewusst-Sein? Es ist ganz einfach das Beobachten, als Schauen, Spüren, Hören, Riechen und Schmecken; das Beobachten von Vorgängen in unserem Umfeld und das  Beobachten unserer Gedanken und Emotionen als Reaktion auf diese Vorgänge; das Beobachten als Spüren des eigenen Körpers in Reaktion auf viele Belastungen. Bewusst-Sein ist mehr als zu bemerken, dass ich z.B. Angst habe, sondern ist auch das Bewusst-Sein für den Auslöser der Angst und die automatischen Reaktionen in Körper und Psyche.

Bewusst-Sein ist seit einiger Zeit unter dem Begriff „Achtsamkeit“ sehr im Zeitgeist. Medien sind voll von guten (aber oft wertlosen) Ratschlägen zu diesem trendigen Thema.

Der Wille zu mehr „Achtsamkeit“ ist in der Regel wirkungslos sobald Ärger, Angst oder Stress den Körper und die Psyche auf „automatisch“, also un-bewusst, umstellen. Um tatsächlich mehr Bewusst-Sein im Alltag und insbesondere in fordernden Situationen zu erreichen, ist es notwendig, Bewusst-Sein zu trainieren. 

Der 1. Schritt ist ein Kurs in „Bewusst-Sein“, „Achtsamkeit“, „Achtsamkeitsmeditation“ oder „MBSR“. Die Techniken dieser Kurse basieren auf Jahrtausenden alten Meditationen des Ostens, wie z.B. Zen. Allerdings bietet ein moderner Kurs diese Techniken als reines „Mentaltraining“ an, frei von jeglichen kulturellen Zeremonien und Ritualen. Auch ist es absolut nicht notwendig, mit verrenkten Beinen auf dem Boden zu sitzen (auch das ist ein kulturelles Ritual).

Der 2. Schritt ist allerdings etwas herausfordernder als der Kursbesuch: wesentlich für die Bewusst-Seins Bildung ist das regelmässige Training, d.h. jeden Tag zu sitzen und zu trainieren (meditieren). Dafür reichen 15 Minuten täglich, diese Zeit ist auch realistisch für sehr beschäftigte Personen. Wie bei jedem Training ist länger besser, aber 15 Minuten täglich reichen, um im Alltag wesentliche Veränderungen zu erreichen! Und dieses Investment an Zeit verbessert nicht nur die Lebensqualität, sondern „rechnet sich“ auch durch gesteigerte Leistungsfähigkeit im Alltag.

Ein 3. Schritt ist nicht unbedingt notwendig, aber sehr hilfreich: eine Trainings-Gruppe (Meditationsgruppe). Meditation ist eine nach innen gerichtete Tätigkeit, die alleine und für sich selbst durchgeführt wird. Ein wesentliches Element dieses Trainings ist es, selbst Kontrolle über mentale Vorgänge zu erzielen! Das meditieren (trainieren) unter Anleitung während eine Kurses ist notwendig, um die Techniken zu erlernen. Aber das tägliche Training sollte ohne Anleitung (d.h. ohne Kontrolle von aussen!) erfolgen, um wirksame Erfolge zu erzielen! Um das selbstständige Training zu unterstützen, ist ein Meditationsgruppe (1-2x/Woche) hilfreich. Eine angeleitete, tiefe Meditation in der Gruppe gibt Motivation und Kraft für das tägliche, selbständige Training. Das „gemeinsame“ der Meditationsgruppe stärkt die Motivation zusätzlich. 

Im Ergebnis entfaltet das tägliche Training folgende Wirkungen im Alltag:

Auf psychischer Ebene:

  • stärkt Konzentrationsfähigkeit & mentale Kraft  
  • verbessert Kontrolle über Gedanken und Emotionen
  • hilft „Abstand“ zu gewinnen, die Realität zu akzeptieren & loszulassen
  • unterstützt die „jetzt“ Erfahrung
  • fördert Entspannung & Stress-Resilienz
  • entfaltet Bewusst-sein für die Verbindung zwischen Körper und Psyche 

Auf körperlicher Ebene: Unterstützung der Selbstheilungskräfte bei vielen stress-bedingten Symptomen, z.B.:

  • gesteigerte Resilienz gegen Stress und Schmerz
  • verbesserte Schlafqualität und Einschlafverhalten
  • allgemeine Leistungssteigerung
  • positiver Einfluss auf Blutdruck & Herz- Kreislauferkrankungen
  • verminderte Verspannungen
  • verbesserte Verdauung und Essverhalten
  • gestärktes Immunsystem
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